Panurus biarmicus
Jahresvogel. Brutvogel mit einem Bestand von ca. 70 Brutpaaren in 6 Rasterflächen und mit einer Rasterfrequenz von 2 %.
Die Bartmeise überwintert am Bodensee. Die höchsten Bestände werden in der Regel zwischen Ende Oktober und Ende November in den großen Riedgebieten beobachtet.
Nachdem bis 1981 Gebietsmaxima von bis zu 45 Individuen im Wollmatinger Ried festgestellt wurden (Schuster et al. 1983), gab es folgende Beobachtungen mit großen Trupps:
| 17.7.1991 | 192 Ind. Ermatinger Becken (C. Gönner) |
| 15.11.1986 | 100 Ind. Mettnau an verschiedenen Stellen (S. Schuster) |
| 9.10.1990 | 89 Ind. Reichenauer Damm (B. Porer) |
Der größte Teil der Winterbeobachtungen stammt aus dem Raum Radolfzell und dem Wollmatinger Ried. Weitere Wintervorkommen sind vom Eriskircher Ried, Rheindelta, Ermatinger Becken und bei Eschenz bekannt.
Die Bartmeise ist seit 1975 Brutvogel im Wollmatinger Ried (Schuster et al.1983). Bei der Kartierung 1990-92 konnten zwei weitere Brutplätze festgestellt werden (Mindelsee, Rheindelta). Die Art ist damit in sechs Rasterfeldern mit etwa 70 Brutpaaren vertreten, wobei das Wollmatinger Ried mit über 50 Brutpaaren im Jahr 1992 immer noch das wichtigste Brutgebiet ist. Die Bestandsentwicklung im Wollmatinger Ried ist von starken Fluktuationen gekennzeichnet.

Abb. 2.365: Bartmeise - Entwickung des Brutbestandes im Wollmatinger Ried von 1979-1995.

Abb. 2.366: Bartmeise - Vorkommen nach Brutzeitkartierungen von 1980-81 und 1990-92.
Die Bestände der Bartmeise in Mitteleuropa unterliegen starken Schwankungen. Als mögliche Ursachen kommen einerseits extrem harte Winter und späte Kälteeinbrüche zu Beginn der Brutzeit (Spitzenberger 1963), andererseits extreme Witterungsverhältnisse während der Brutperiode (Stürme, starke Niederschläge und daraus resultierende Wasserstandsschwankungen; Hoi 1988) in Frage.
Der Schutz der Altschilfbestände in den großen Riedgebieten ist eine wichtige Voraussetzung für die Stabilität des Brutbestandes.
Manfred Föger