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Beringung Möwen und Seeschwalben

Am Bodensee halten sich ganzjährig viele verschiedene Wasservogelarten auf - darunter auch Vertreter aus den Familien der Möwen und Seeschwalben. Um Verhaltensmuster und Zugstrategien dieser Vögel des Bodensees zu untersuchen, werden seit Januar 2024 mehrere Arten vom NABU Konstanz mit Farbringen beringt. 

 

Die beiden Zielarten des Projekts sind Flussseeschwalben und Lachmöwen. Bei den Flussseeschwalben werden ausschließlich die Jungvögel auf den Brutflößen des Wollmatinger Rieds beringt. In den beiden Sommern 2024 und 2025 konnten insgesamt 92 Küken mit einer gelben Farbflagge beringt werden. Die Farbflaggen tragen Codes von A00-A91. Ab 2026 sollen außerdem die Codes AA1-AZ9 verwendet werden. Die Lachmöwen werden bei Konstanz hingegen ganzjährig beringt, vermehrt jedoch die Vögel, die zum Überwintern an den Bodensee kommen. Das liegt daran, dass es auf deutscher Seite des Bodensees kaum noch beringungsfähige Lachmöwenbrutpaare gibt. Seit Projektstart wurden bereits 213 Lachmöwen mit einem weißen Farbring beringt. Der Farbring trägt einen 5-stelligen, alpha-numerischen Code beginnend mit AT oder AU, gefolgt von drei Ziffern. Zusätzlich wurden über die letzten zwei Jahre drei Sturmmöwen, eine Schwarzkopfmöwe und eine Mittelmeermöwe mit einem Farbring versehen. 

Lachmöwe AT067 - Foto: Natasche Kunkel
Lachmöwe AT067 - Foto: Natasche Kunkel
Flussseeschwalbe A00 - Foto: Alexander Köhler
Flussseeschwalbe A00 - Foto: Alexander Köhler

Von den beringten Flussseeschwalben gibt es zum jetzigen Zeitpunkt 33 Wiederfunde. Die meisten konzentrieren sich auf die nähere Umgebung der Brutflöße wie bspw. Ermatingen oder Moos. Es wurden aber auch schon Familien mit beringten Küken im Rheindelta beobachtet. Während des Zuges gibt es bisher nur zwei Rückmeldungen von rastenden Flussseeschwalben an der Île aux Oiseaux am Genfer See. Im Februar wurde dann die erste am Bodensee beringte Flussseeschwalbe aus dem Überwinterungsgebiet gemeldet. Eines der in 2025 beringten Küken flog bis zu den Turtle Islands, Sierra Leone, an der Westküste Afrikas.

Karte mit ausgewählten Wiederfunden
Karte mit ausgewählten Wiederfunden

Im Vergleich zu den Flussseeschwalben lassen sich die Farbringe der Lachmöwen deutlich einfacher ablesen. Das schlägt sich auch in der Zahl der Ablesungen nieder. Von den 213 beringten Vögeln gibt es bereits 1.238 Ablesungen. Der Großteil der Ablesungen stammt ebenfalls vom Bodensee. Aber auch an der Nord- und Ostseeküste werden, vor allem zu den Zugzeiten, am Bodensee beringte Möwen abgelesen. Ausländische Funde gibt es bereits aus Spanien, Frankreich, Belgien, Niederlande, Schweiz, Österreich, Italien, Slowenien, Ukraine, Weißrussland, Lettland und Russland. Dabei zeigt sich, dass Altvögel, die im Winter am Bodensee beringt wurden, im Frühling in Richtung Nordwesten aufbrechen, um dort wahrscheinlich zu brüten. Dahingegen verbringen lokale Brutvögel den Winter weiter südwestlich in Richtung des Mittelmeers. Jungvögel, die noch nicht fortpflanzungsfähig sind, zeigen bisher keine klare Richtungstendenz, sondern vagabundieren eher umher. 

 

Weitere Infos sowie eine Karte mit den Wiederfundorten aller beringten Vögel des Projektes gibt es auf der Homepage des NABU Konstanz. Sie haben einen Vogel mit Farbring gefunden? Melden Sie diese bitte bei den entsprechenden Beringungszentralen. Fundmeldungen von Lachmöwen aus diesem Projekt können gerne auch per Mail an [email protected] gesendet werden, Fundmeldungen von Flussseeschwalben an [email protected]. Zu der Fundmeldung des Farbrings bitte immer Angaben zum Datum, Fundort sowie Zustands des Vogels machen. Falls Fotos vorhanden sind, gerne mit anhängen.