vorstellung interessanter Beobachtungsgebiete


naturschutzgebiet wollmatinger ried - gnadensee

Das Naturschutzgebiet ist 'Important Bird Area' und erstreckt sich über die Uferlandschaft und die Flachwasserzone zwischen Konstanz, der Insel Reichenau und Allensbach. Das Wollmatinger Ried liegt an der Mündung des Seerheins in den Untersee und ist weitgehend für die Öffentlichkeit gesperrt. Eine Begehung ist nur im Rahmen der regelmäßig stattfindenden naturkundlichen Führungen möglich. Man kann das Gebiet allerdings gut von der 'gegenüberliegenden' Seite einsehen (z.B. Triboltingen). Zwischen Konstanz und Gottlieben führt ein Weg entlang des Seerheins, von dem aus man auf den Schilfgürtel des Wollmatinger Riedes blickt. Vom Strandbad Triboltingen aus blickt man auf die Flachwasserzone des Ermatinger Beckens. Hier halten sich das ganze Jahr über zahlreiche Wasservögel auf. Auf dem Reichenauer Damm gibt es in der Ruine Schopflen eine Beobachtungsplattform, die ebenfalls den Blick auf das Wollmatinger Ried, das Ermatinger Becken und den Gnadensee freigibt.

Das für Wasservögel wichtigste Brutgebiet des Wollmatinger Rieds befindet sich in einem künstlichen Teichsystem, das ab Januar geflutet wird. Dort brüten bis zu 40 Kolbenentenpaare. Aber auch für den Schwarzhalstaucher ist das Wollmatinger Ried mit bis zu über 60 Familien einer der wichtigsten Brutplätze in Mitteleuropa. Seit 1975 brütet auch die seltene Bartmeise im Gebiet. Ihr Bestand unterliegt jedoch starken, vermutlich witterungsbedingten Schwankungen. Weitere hier zumindest unregelmäßig brütende Kostbarkeiten sind Zwergdommel, Rohrweihe, Baumfalke, Tüpfelsumpfhuhn und Beutelmeise. Mit Kies bedeckte Flöße bieten den Flussseeschwalben eine Möglichkeit zum Brüten, die seit vielen Jahren gut angenommen wird.

Im Herbst sind die ausgedehnten Schilfbestände im Wollmatinger Ried wichtige Rastflächen für durchziehende Vögel. Auf den in dieser Jahreszeit freiliegenden Schlickflächen finden sich zahlreiche Watvögel ein. Kiebitze, Zwergstrandläufer, Alpenstrandläufer, Kampfläufer, Bekassinen, Große Brachvögel und Dunkle Wasserläufer kann man dann recht gut beobachten.

Bei einer Winterwanderung lassen sich Singschwäne, Spießenten, Große Brachvögel und mit etwas Glück auch Zwergschwäne entdecken. Das Ermatinger Becken übt je nach Wasserstand eine enorme Anziehungskraft auf rastende und überwinternde Wasser- und Watvögel aus. Wasserpflanzen und Wassertiere wie Kleinkrebse, im Schlamm lebende Insektenlarven, Muscheln und Fische stehen als reichhaltiges Nahrungsangebot zur Verfügung. Häufig halten sich hier über 40.000 Wasservögel auf. Das Gebiet ist von internationaler Bedeutung für durchziehende und überwinternde Kormorane, Singschwäne, Schnatter-, Krick-, Spieß-, Löffel-, Tafel-, Kolben-, Reiherenten und Blässhühner.

KONTAKT

NABU-Naturschutzzentrum Wollmatinger Ried
Kindlebildstraße 87
D-78479 Reichenau
Tel: +49 (0) 7531 / 78870
Fax: +49 (0) 7531 / 72383
E-Mail: NABU@NABU-Wollmatingerried.de
Internet: http://www.nabu-wollmatingerried.de/



Das schweizer oberseeufer: "seetaucherstrecke"

Ausschau nach Seetauchern in Kesswil TG (08.05.2010, Foto S. Trösch)
Ausschau nach Seetauchern in Kesswil TG (08.05.2010, Foto S. Trösch)
Gelbschnabeltaucher 2.KJ | Güttingen-Kesswil, 13.02.2012 | Foto S. Trösch
Gelbschnabeltaucher 2.KJ | Güttingen-Kesswil, 13.02.2012 | Foto S. Trösch

Dieser Bereich hat keinen Schutzstatus, ist aber von nationaler Bedeutung für Durchzugs- und Überwinterungsgäste. Das Ufer des Sees ist hier relativ steil und kiesig. Es gibt kaum Schilfröhricht oder Zuflüsse. Hier können besonders gut Vogelarten beobachtet werden, die zur Überwinterung tiefe, nährstoffarme Gewässer bevorzugen. Im "Orni-Jargon" heißt diese Strecke auch Seetaucherstrecke, da dieser Abschnitt ein beliebter Aufenthaltsort für 40 und mehr Prachttaucher sowie für gelegentlich gastierende Eistaucher ist. Allerdings sind Spektiv, glattes Wasser und gute Sichtverhältnisse für ihre Beobachtung erforderlich. Als weitere Spezialitäten gelten Rothalstaucher, Ohrentaucher und Samtenten. Häufiger sind hingegen den Winter über Haubentaucher, Schwarzhalstaucher, Pfeif-, Schnatter-, Krick-, Tafel-, Reiher- und Schellenten sowie Gänsesäger zu sehen.

Das Seeufer entlang der Seetaucherstrecke ist an vielen Stellen gut zugänglich.

Unter http://www.birdinggermany.de/oberseeufer.htm finden Sie eine weitere Beschreibung zu diesem Beobachtungsgebiet


das vorarlberger rheindelta

Blick vom "Karren" Dornbirn auf das Rheindelta | 18.08.2011 | Foto Stephan Trösch
Blick vom "Karren" Dornbirn auf das Rheindelta | 18.08.2011 | Foto Stephan Trösch

Das Gebiet liegt zwischen dem Alten Rhein im Westen und der kanalisierten Dornbirner Ach im Osten. Es umfasst den Auwald am Alten Rhein, Streuwiesen, Röhrichte, Schlickflächen und Flachwasserzonen. Darüber hinaus sind intensiv genutzte Flächen (Landwirtschaft, Tourismus) und die Dämme zur Vorstreckung der Rheinmündung Teil des Naturschutzgebietes. Seit 1982 hat das Rheindelta den Status 'Feuchtgebiet internationaler Bedeutung' und es ist 'Important Bird Area' aufgrund der EU-Vogelschutzrichtlinie.

Entlang des Dammweges, der am Schilfsaum der Fußacher Bucht zum westlich gelegenen Rohrspitz führt, lassen sich im Frühling Teichrohrsänger und Rohrammern beobachten sowie ab Mitte Mai auch, mit etwas Glück, die seltenen Zwergdommeln und Drosselrohrsänger. Auf den Äckern und Riedwiesen rasten zu dieser Zeit Steinschmätzer, Braun- und Schwarzkehlchen sowie gelegentlich auch Brach- und Rotkehlpieper oder Ortolane, während verschiedene Seeschwalbenarten in der Fußacher Bucht nach Nahrung suchen.

In der Lagune zwischen der Mündung des Neuen Rheins und der Fußacher Bucht brüten seit mehreren Jahren neben Lachmöwen und Flussseeschwalben auch einige Paare der seltenen Schwarzkopfmöwe auf aufgeschütteten Kiesinseln. Ähnliche Inseln mit stattlichen Flussseeschwalbenkolonien finden sich auch im Alten Rhein. In den mehr und mehr austrocknenden Riedwiesen versuchen sich zunehmend erfolglos Kiebitz, Bekassine, Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Braunkehlchen und Schafstelze an der Brut.

Im Herbst versammeln sich in der Fußacher Bucht riesige Entenschwärme. Zeitgleich rasten auf den freiliegenden Schlickflächen größere Ansammlungen von Watvögeln. Unter diesen befinden sich immer wieder auch Irrgäste aus Amerika und Ostsibirien.

Im Winter bietet die breite Flachwasserzone westlich des Rohrspitzes bis hin zum Wetterwinkel großen Scharen von Wasser- und Watvögeln Nahrungs- und Ruheplätze. Gut zu beobachten sind dann Schwarzhalstaucher, Singschwan, Pfeifente, Schnatterente, Krickente, Spießente, Löffelente, Kolbenente, Tafelente, Reiherente, Bergente, Eiderente, Samtente, Schellente, Zwergsäger, Mittelsäger, Gänsesäger und Großer Brachvogel. Unter Vogelbeobachtern ist das Rheindelta unter anderem auch ein beliebtes Ziel, da sich hier besonders gerne Seltenheiten unter die üblichen Durchzügler mischen. Alljährlich werden hier fast alle europäischen Reiherarten, seltene Limikolen, Möwen und Seeschwalben,

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Rheindeltahaus
Im Boeschen 25
A-6971 Hard
Tel: +43 (0) 5578 / 74478
Fax: +43 (0) 5578 / 744784
Website: http://www.rheindelta.com



eriskircher ried

Im Eriskircher Ried (Foto S. Trösch)
Im Eriskircher Ried (Foto S. Trösch)

Das Eriskircher Ried ist das größte Naturschutzgebiet am Nordufer des Bodensees. Es erstreckt sich von der Rotachmündung bei Friedrichshafen bis zur Schussenmündung bei Langenargen. Landschaftlich ist es geprägt von Feucht- und Streuwiesen, Schilfbeständen, Wasserläufen und Auwaldresten sowie einer bis zu einem Kilometer breiten Flachwasserzone. Parallel zum Ufer verläuft ein Fußweg, über den zwei Beobachtungsplattformen erreicht werden können.
Im zeitigen Frühjahr rasten hier Singschwäne vor ihrem Abflug in ihre hochnordischen Brutgebiete. Ihre melodischen Rufe sind weithin zu hören. Ebenso halten sich zu dieser Zeit zahlreiche Watvögel im Gebiet auf, wenn über den Winter größere Schlammflächen freigefallen sind. Von Ende April bis in den Mai ist in der Hartholzaue das Konzert der Nachtigallen zu hören.

Als Brutgebiet ist das Eriskircher Ried vor allem für Haubentaucher, Schnatterente, Schwarzmilan und Pirol von Bedeutung. Gelegentlich sieht man auch eilig vorbeifliegende Eisvögel.

Im Herbst werden die durchziehenden Vogeltrupps entlang des schmalen Uferstreifens besonders stark kanalisiert. So lassen sich hier an guten Zugtagen über 30.000 durchziehende Vögel verschiedener tagziehender Arten zählen.

Im Winter halten sich in der Flachwasserzone bis zu 30.000 Wasservögel auf. Vom freien Seezugang neben der Badeanstalt aus lassen sich dann Schwarzhalstaucher, Singschwäne, Pfeif-, Spieß-, Löffel-, Tafel-, Reiher-, Schell-, Berg-, Eider- und Samtenten, sowie Gänsesäger, Alpenstrandläufer, und Brachvögel gut beobachten.

KONTAKT

Naturschutzzentrum Eriskirch
Bahnhofstraße 24
D-88097 Eriskirch
Tel: +49 (0) 7541 / 81888
Fax: +49 (0) 7541 / 81899
E-Mail: info@naz-eriskirch.de
Website: http://www.naz-eriskirch.de


radolfzeller aachried und -aachmündung

Das Gebiet ist Teil des 'Important Bird Area Radolfzeller Aachmündung und Mettnau mit Markelfinger Winkel'. Es liegt am Zeller See zwischen Radolfzell, Moos und Überlingen am Ried. Vom Hafensteg in Moos kann man auf die Aachmündung blicken. Hier halten sich im Spätherbst und im Winter Bekassinen, Krick-, Löffel-, Pfeif- und Reiherenten sowie Haubentaucher in großer Zahl auf. Aber auch seltenere Entenarten wie Zwergsäger, Eis- und Samtenten sind hier gelegentlich anzutreffen. Zur Brutzeit kommen Zwerg- und Schwarzhalstaucher, Schnatter-, Knäk-, Tafel- und Kolbenente, Rohrweihe, Baumfalke, Wasserralle, Tüpfelsumpfhuhn, Kiebitz, Lachmöwe, Eisvogel, Nachtigall, Schwarzkehlchen, Feld- und Rohrschwirl, Teich- und Drosselrohrsänger, Bart- und Beutelmeise sowie Neuntöter hinzu.

Zu allen Jahreszeiten bietet der Steg des Yachthafens in Moos einen guten Ausblick auf die Aachmündung und die Flachwasserzone.

 

Unter http://www.birdinggermany.de/radolfzeller_aach.htm finden Sie eine weitere Beschreibung zu diesem Beobachtungsgebiet


naturschutzgebiet mindelsee

Nur wenige Kilometer vom Untersee entfernt, in der Nähe des Radolfzeller Stadtteils Möggingen, liegt der Mindelsee. Entlang eines etwa acht Kilometer langen Weges in landschaftlicher Idylle kann der See umwandert werden.
Der Wald entlang des Sees wird nicht bewirtschaftet. Wenn die Bäume nicht mehr standfest sind, fallen sie in den See. Ihre Wurzelteller bilden hervorragende Nistplätze für den Zaunkönig. Zwischen den Ästen verstecken sich Jungfische. Sie bilden die Nahrungsquelle der Graureiher und werden im Winter von Rohrdommeln und Gänsesägern bejagt. Die Äste bilden auch den Dreikantmuscheln Ankermöglichkeit, die wiederum von Reiherenten und Bläßhühnern mit Leidenschaft verzehrt werden. Auch der Haubentaucher hält sich hier gerne auf. Zur Brutzeit finden sich außerdem Zwergtaucher, Kolbenente, Schwarzmilan, Habicht, Wasserralle, Kiebitz, Flußseeschwalbe, Grau- und Grünspecht, Rohrschwirl, Teichrohrsänger, Dorngrasmücke, Pirol und Neuntöter ein. Im Buschland zwischen Möggingen und Markelfingen rasten während des Herbstzuges viele Singvögel, die sich an den Beeren des Faulbaums erfreuen. Seit 1993 erscheinen im Spätsommer regelmäßig über 20 Moorenten zur Mauser.

Unter http://www.birdinggermany.de/mindelsee.htm finden Sie eine weitere Beschreibung zu diesem Beobachtungsgebiet

KONTAKT

BUND Naturschutzzentrum Möggingen
Mühlbachstraße 2
D-78315 Möggingen
Tel: +49 (0) 7732 / 15070
Fax: +49 (0) 7732 / 150777
E-Mail: bund.moeggingen@bund.net


konstanzer bucht

Der auch als Konstanzer Trichter bezeichnete Bereich zwischen der Kreuzlinger Seeuferanlage, dem Konstanzer Stadtgarten und der Uferpromenade Seestraße bietet sich hervorragend zum Kennenlernen der häufigsten Wasservogelarten an. Zwar besteht kein Gebietsschutz, die Konstanzer Bucht erfüllt aber die Kriterien als international bedeutendes Überwinterungsgebiet für Tafel- und Reiherente und ist 'Important Bird Area'. Außerdem sind hier im Winter Zwergtaucher, Haubentaucher, Rothalstaucher, Schwarzhalstaucher, Schnatter-, Kolben- und Schellenten sowie Gänsesäger zu sehen. Der naturnah gestaltete Uferbereich beim Kreuzlinger Hafen zählt zu den besonders wertvollen Limikolenrastplätzen in der Schweiz. Auf Parkbäumen in Ufernähe hat sich hat sich eine kleine Graureiherkolonie angesiedelt, und freigelassene Weißstörche brüteten einige Jahre lang beim Seemuseum Kreuzlingen.


naturschutzgebiet bodenseeufer "obere und untere güll"

Die Brücke, welche vom Festland-Parkplatz auf die Insel Mainau führt, trennt die beiden Gebiete. Von hier hat man auch einen hervorragenden Blick in diese Flachbuchten des Überlinger Sees. Allerdings kann die Brücke nur gegen Bezahlung des Mainaueintritts betreten werden. Die Buchten scheinen dem Haubentaucher besonders gut zu gefallen. Hier findet sich eine der größten Brutkonzentrationen am Bodensee. Auch einige Kolbenentenpaare brüten hier. Im Schilfgürtel sind Wasserrallen und Teichrohrsänger zu Hause.

Vom Sommer bis in den Herbst hinein sind die Mainaubuchten ein wichtiger Mauserplatz für bis zu 400 Kolbenenten.

Im Herbst und Winter halten sich in den beiden Buchten neben Haubentauchern vor allem Graureiher, Singschwäne, Krick-, Schnatter-, Tafel-, Reiher-, Schellenten sowie Sturm- und Mittelmeermöwen auf.